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Liebe Gemeinde!

„Ihre Verbindung wird gehalten“ säuselt mir die Stimme aus dem Telefon entgegen- Musik wird eingespielt - und damit ich mich nicht vergessen fühle oder in der Musik verliere, mich erinnere, was ich eigentlich wollte, ertönt es nach kurzer Zeit wieder „Ihre Verbindung wird gehalten!“. Eigentlich ein schönes Signal - da kümmert sich jemand, auch wenn ich davon im Moment nichts mitbekomme. An anderem Ort versucht mir jemand zu helfen: sucht eine Akte heraus, stöbert die Person auf, die mir vielleicht weiterhelfen kann, klärt mal kurz, ob meinem Wusch entsprochen werden kann. Im Hintergrund passiert das. Was ich brauche ist die Geduld, zu warten und das Vertrauen, dass ich nicht nur hingehalten werde, sondern es Gründe gibt, derentwegen ich noch warten muss.

Wer weiterkommen will muss die Verbindung halten.

Irgendwie denke ich dabei an Karfreitag und Ostern, die Feste, die wir gerade gefeiert haben. Jesus am Kreuz, der schreit „Mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ Ein Schrei, der scheinbar ins Leere geht - so dass Jesus zusätzlich zu seinen unglaublichen Schmerzen auch noch den Spott der „Zuschauer“ und Mitgekreuzigten ertragen muss. Sie rufen ihm zu: Da hast du es. Kein Gott hilft dir. Hilf dir selber! Und dieser Spott fast zusammen, was Menschen immer wieder denken und was ihr Handeln prägt: Da ist kein Gott - Hilf dir selber! Aber es gibt genug Situationen, in denen wir uns augenfällig selber nicht helfen können. Sicher, es gibt Menschen, die können sich besser helfen als andere, weil sie genug Geld haben, um sich einzukaufen, was sie brauchen, weil sie Verbindungen haben und Beziehungen. Aber auch das kommt an Grenzen. Auch das hilft nicht nicht bei allen Sorgen und Nöten. Es bleibt am Ende vielleicht doch nur das Gefühl der Verlassenheit, weil man sich nur auf sich selbstverlassen hat und am Ende merkt, dass das eigene Ich ein Gegenüber braucht! „Ihre Verbindung wird gehalten“ - Jesus am Kreuz - nein, das soll kein geschmackloser Witz sein. Ich glaube, dass Gott die Verbindung gehalten hat. Dass er diese nie aufgibt. Davon erzählen nicht etwa die Siegertypen dieser Welt, sondern die, die es erlebt haben. Sie sind es, die uns auf ihre Weise diese Worte sagen „Ihre Verbindungwird gehalten“. Es sind die Worte der Psalmen, die von Verlorenheit und Angst erzählen und doch zu Gott sprechen und schließen mit den Worten: „Am Ende bin ich noch immer bei Dir Gott!“ Gott hält die Verbindung. Es wird Ostern. Auch wenn man schon dachte - da kommt nichts mehr, die einen in diebischer Genugtuung, die anderen in abgrundtiefer Verzweiflung - Gott hat sich nicht aus der Leitung gestohlen, sondern der Liebe zum Leben verholfen. Da fällt mir das Lied von der Popgruppe „Toto“ ein „Hold the Line“ , was soviel heisst wie „Bleiben sie am Apparat“, also die entsprechende englische Variante zu unserem „Ihre Verbindung wird gehalten“. Man kann auch übersetzen „Bleiben sie dran“. Der Refrain des Songs geht weiter mit:
„Liebe ist nicht immer pünktlich“, was man vielleicht verstehen könnte als: Liebe ist überraschend, nicht einplanbar nach unseren Normen. Überraschend siegt die Liebe zu Ostern über alle menschliche Bosheit und zeigt den Menschen die „dran bleiben“oder offen sind für diese Botschaft, sozusagen einen Draht haben: Gott geht gute, lebenschaffende Wege, die anders als Bosheit und Angst nicht ins Dunkel des Grabes und der Einsamkeit führen sondern in das Licht seiner Gemeinschaft. Übrigens: das englische „Hold the Line“ ergänzt unser „Ihre Verbindung wirdgehalten“. Ist Gott der, der die Verbindung hält und vielleicht auch im Verborgenen wirkt, so gilt für uns vielleicht der Aufruf „Bleib dran!“ Verlass dich nicht nur auf dich. Wage es zu fragen, zu hoffen, zu lieben! Bleib dran!
Und auch wenn´s mal länger dauert: „Ihre Verbindung wird gehalten!“

Herzlich grüßt
Ihre Pastorin Bettina Sender

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